top of page

Alles was Du über Wurmkuren wissen solltest - Prävention, Erkennung und Behandlung

Aktualisiert: 5. Juli 2023

Haustiere und Wurmkuren: Ein Dilemma

Die Gesundheit unserer Haustiere liegt uns allen am Herzen. Trotzdem stoße ich immer wieder auf Praktiken, die eher schaden als nutzen.

Heute möchte ich über die Entwurmung von Hunden (und Katzen) sprechen - ein Thema, das leider häufig missverstanden und falsch gehandhabt wird.

Eine weitverbreitete, jedoch veraltete Methode besteht darin, Hunde alle paar Wochen oder gar alle zehn Tage prophylaktisch zu entwurmen, was eine unnötige Belastung für das Tier darstellen kann.


Wurmarten in Deutschland: Vielfalt und Symptome

Die Vielfalt der Wurmarten und ihre spezifischen Symptome werden oft vernachlässigt. In Deutschland sind die gängigsten Wurmarten Spulwürmer, Hakenwürmer, Fuchsbandwürmer, Hundebandwürmer und Gurkenkernbandwürmer. Jede dieser Arten hat spezifische Merkmale und Symptome, die man kennen sollte.


Die häufigsten Wurmarten und ihre Symptome

Der Spulwurm: Helle, spiralförmige Würmer, die sich durch den Kot anderer Tiere verbreiten. Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Blut im Kot, Bauchschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Eine besondere Gefahr besteht für Welpen, die sich bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch infizieren können.


Der Hakenwurm: Kleine, hakenförmige Würmer, die sich im Darm des Hundes einnisten und Blut saugen. Ansteckung und Symptome sind ähnlich wie bei Spulwürmern, zusätzlich kann es zu Anämie kommen.


Der Fuchsbandwurm: Diese winzigen Würmer werden vor allem durch den Verzehr von befallenen Mäusen übertragen. Neben Schmerzen im Oberbauch, Müdigkeit und Gewichtsverlust können sie schlechte Leberwerte verursachen.


Der Hundebandwurm: Vor allem in südlichem Europa und Mittelmeerländern verbreitet. Symptome reichen von Juckreiz am Hinterteil, Appetit- und Gewichtsverlust, über Durchfall und Erbrechen bis hin zu stumpfem Fell und Mangelerscheinungen.


Der Gurkenkernbandwurm: Häufigster Bandwurm bei Haustieren, da er Flöhe als Zwischenwirt nutzt. Die Symptome ähneln denen des Hundebandwurms, dazu können Darmentzündungen kommen.


Diagnose und Behandlung

Diagnose

Ausgeschiedene oder eingetrocknete Bandwurmglieder erkennst Du als weiße, reiskornähnliche Gebilde im Kot oder rund um den After. Manchmal sieht man die Würmer auch im Kot oder im Erbrochenen.

Kotuntersuchung: Die beste Präventionsmaßnahme

Wie oft muss mein Hund entwurmt werden?

Diese Frage bekomme ich häufig gestellt. Hast Du den Verdacht, dass Dein Hund mit Würmern infiziert ist, rate ich Dir erst den Kot auf Würmer testen zu lassen. Besser ist es auch ohne Symptome alle ca. 3 Monate eine Kotprobe von Deinem Hund zum Testen in ein Labor einzuschicken oder beim Arzt abzugeben um sie auf Giardien und Würmern testen zu lassen. Denn nicht immer erkennt man einen Wurmbefall. Der Kot sollte für den Tierarzt von 3 x Output gesammelt werden.

Ich empfehle, dies alle drei Monate durchzuführen. Dies gilt auch für symptomfreie Tiere, da Wurmbefall nicht immer offensichtlich ist.


Institut für Parasitologie der Universität Gießen

Das Institut für Parasitologie der Universität Gießen bietet einen zuverlässigen Service für die Untersuchung von Kotproben. Für die Uni Gießen reicht eine Kotprobe, da dort auf Antigene getestet wird. Die Untersuchung ist meist günstiger und genauer als beim Tierarzt. Du kannst die Kotprobe in ein Stuhlproben-Röhrchen geben und zusammen mit dem ausgefüllten Formular in einem wattierten Umschlag an das Institut senden.


Institut für Parasitologie,

Schubertstraße 81,

35392 Gießen

Mehr Informationen dazu findest Du auf deren Webseite.


Wahl der Wurmkur: Welches ist die beste Wurmkur für den Hund? Chemie oder Alternative?

Hier stellt sich nun die Frage, ob eine chemische oder eine pflanzliche Wurmkur durchgeführt werden sollte. Dies solltest Du, falls Dein Tier mit Würmern infiziert ist, mit dem Tierarzt klären. Beachte aber, dass eine chemische Wurmkur immer mit einer Darmsanierung Hand in Hand gehen sollte.


Denn so sinnvoll, ja oft sogar lebensnotwendig eine Wurmkur ist, die Nebenwirkungen können den Organismus, die Darmflora und somit das Immunsystem des Tieres belasten. Auch die Leber wird nach diesen chemischen Medikamenten gefordert. Viele Tiere reagieren deshalb häufig mach einer Behandlung mit Durchfall, Hautproblemen oder Schlappheit.


Ist Dein Hund frei von Würmern, braucht er auch keine Wurmbehandlung. Denn eine Wurmprophylaxe mit chemischen Mitteln gibt es leider nicht. Das einzige was man machen kann, den Darm "wurmfeindlich" machen.

Hier empfehle ich die pflanzliche Alternative die Kräuter-Wurmkur, die auch bei Befall helfen kann. Leo, mein Malteser, bekommt sie 2 x im Jahr und wir hatten noch nie einen Wurmbefall.

Nach einer Wurmbehandlung bei Wurmbefall sollte unbedingt eine Kotprobe nach der Behandlung noch einmal eingeschickt werden.


Prävention und Risikominderung

Um das Risiko einer Wurminfektion zu verringern, solltest Du folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  1. Hygiene: Sorge immer für saubere Umgebungen, in denen sich Dein Haustier aufhält. Dies beinhaltet sowohl den Innen- als auch den Außenbereich. Wurmeier können im Kot liegen und durch direkten Kontakt oder über den Boden auf Dein Haustier übertragen werden.

  2. Kotuntersuchungen: Lass regelmäßig den Kot Deines Hundes von einem Tierarzt untersuchen oder sende es ein. Dies ist die zuverlässigste Methode, um eine Wurminfektion festzustellen.

  3. Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung kann dazu beitragen, das Immunsystem Deines Hundes zu stärken und es gegen Wurminfektionen zu schützen.

  4. Richtige Entwurmung: Anstatt Dein Haustier routinemäßig chemisch zu entwurmen, ist es besser, es nur dann zu tun, wenn ein Befall festgestellt wird. Eine zu häufige chemische Entwurmung kann die Gesundheit Deines Hundes schädigen. Besser ist hier die pflanzliche Entwurmung, da hier der Darm wurmfeinlich gemacht wird und die Würmer weniger Chancen haben sich festzsuetzen.

Es ist wichtig zu bedenken, dass jede chemische Entwurmung für Dein Tier stressig ist und Nebenwirkungen haben kann. Daher sollte sie nur angewendet werden, wenn es wirklich notwendig ist und nicht als vorbeugende Maßnahme. Es ist ratsam, mit Deinem Tierarzt über die beste Strategie zur Wurmkontrolle für Dein Haustier zu sprechen.

Wenn Du diese Richtlinien befolgst, kannst Du dazu beitragen, die Gesundheit Deines Hundes zu schützen und das Risiko einer Wurminfektion zu verringern.


Nachbehandlung Darmkur

Nach einem Wurmbefall oder einer chemischen Wurmbehandlung sollte eine natürliche Darmaufbaukur durchgeführt werden, um das Immunsystem zu stärken und erneuten Problemen vorzubeugen.

(Hier berate ich Dich gern individuell, welche Methode am besten für Dein Tier geeignet ist. Schreib mir gerne in den Kommentaren oder per E-Mail.)


💡Fakt ist, dass Du mit einer chemischen Wurmkur den Organismus Deines Tieres schädigst und somit auch das Immunsystem Deines Lieblings. Deshalb solltest Du Deinem Tier nicht, wie es leider noch häufig gemacht wird, auf Verdacht alle 3 Monate entwurmen.

Ausnahme: Du lebst im Mittelmeergebiet, wo durch die Stechmücken der Herzwurm übertragen werden kann. Lies hierzu meinen Gastbeitrag: Die 4 häufigsten Mittelmeerkrankheiten beim Hund

Ansonsten alle 3 Monate den Kot Deines Haustieres auf Wurmbefall testen.


Tierische Grüße und eine wurmfreie Zeit

Hundemuddi Claudia

Hundemuddi Claudia Voss, zert. TierErnährungsCoach & Tierheilkunde





Hinweis: Der Inhalt dieses Blogs dient lediglich Informationszwecken und ersetzt nicht die professionelle Beratung und Behandlung durch einen Tierarzt.

Comments

Rated 0 out of 5 stars.
No ratings yet

Add a rating
bottom of page