top of page

Alles was du über Wurmkuren wissen solltest - Prävention, Erkennung und Behandlung

Haustiere und Wurmkuren: Ein Dilemma

Die Gesundheit unserer Haustiere liegt uns allen am Herzen. Trotzdem stoße ich immer wieder auf Praktiken, die eher schaden als nutzen. Heute möchte ich über die Entwurmung von Hunden (und Katzen) sprechen – ein Thema, das leider häufig missverstanden wird.

Eine weitverbreitete, jedoch veraltete Methode besteht darin, Hunde alle paar Wochen oder gar alle zehn Tage prophylaktisch zu entwurmen. Das ist oft nicht nur unnötig, sondern kann auch eine Belastung für das Tier darstellen.




Wurmarten in Deutschland: Vielfalt, Ansteckung und Symptome

In Deutschland kommen vor allem diese Wurmarten bei Hunden vor:

  • Spulwürmer

  • Hakenwürmer

  • Fuchsbandwürmer

  • Hundebandwürmer

  • Gurkenkernbandwürmer


Jede dieser Arten kann unterschiedliche Symptome auslösen – und auch für Menschen besteht teilweise Ansteckungsgefahr.


Die häufigsten Wurmarten und ihre Symptome

Der Spulwurm: Helle, spiralförmige Würmer, die sich durch den Kot anderer Tiere verbreiten. Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Blut im Kot, Bauchschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Eine besondere Gefahr besteht für Welpen, die sich bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch infizieren können.


Der Hakenwurm: Kleine, hakenförmige Würmer, die sich im Darm des Hundes einnisten und Blut saugen. Ansteckung und Symptome sind ähnlich wie bei Spulwürmern, zusätzlich kann es zu Anämie kommen.


Der Fuchsbandwurm: Diese winzigen Würmer werden vor allem durch den Verzehr von befallenen Mäusen übertragen. Neben Schmerzen im Oberbauch, Müdigkeit und Gewichtsverlust können sie schlechte Leberwerte verursachen.


Der Hundebandwurm: Vor allem in südlichem Europa und Mittelmeerländern verbreitet. Symptome reichen von Juckreiz am Hinterteil, Appetit- und Gewichtsverlust, über Durchfall und Erbrechen bis hin zu stumpfem Fell und Mangelerscheinungen.


Der Gurkenkernbandwurm: Häufigster Bandwurm bei Haustieren, da er Flöhe als Zwischenwirt nutzt. Die Symptome ähneln denen des Hundebandwurms, dazu können Darmentzündungen kommen.


Diagnose und Behandlung

Diagnose

Ausgeschiedene oder eingetrocknete Bandwurmglieder erkennst Du als weiße, reiskornähnliche Gebilde im Kot oder rund um den After. Manchmal sieht man die Würmer auch im Kot oder im Erbrochenen.

Kotuntersuchung: Die beste Präventionsmaßnahme

Wie oft muss mein Hund entwurmt werden?

Diese Frage bekomme ich häufig gestellt. Hast du den Verdacht, dass dein Hund mit Würmern infiziert ist, rate ich dir erst den Kot auf Würmer testen zu lassen. Besser ist es auch ohne Symptome alle ca. 3 Monate eine Kotprobe von deinem Hund zum Testen in ein Labor einzuschicken oder beim Arzt abzugeben um sie auf Giardien und Würmern testen zu lassen. Denn nicht immer erkennt man einen Wurmbefall. Der Kot sollte für den Tierarzt von 3 x Output gesammelt werden.


Ich empfehle, dies alle drei Monate durchzuführen. Dies gilt auch für symptomfreie Tiere, da Wurmbefall nicht immer offensichtlich ist.

So gehst du vor:

  • Sammle den Kot deines Hundes über 3 Tage

  • Gib die Probe beim Tierarzt oder direkt im Labor ab

  • Ideal: alle 3 Monate testen – auch ohne Symptome


Institut für Parasitologie der Universität Gießen

Das Institut für Parasitologie der Universität Gießen bietet einen zuverlässigen Service für die Untersuchung von Kotproben. Zwar nutzen sie dort sehr genaue Verfahren (Antigentests), dennoch empfehle ich sicherheitshalber auch hier, Sammelkot von 3 Tagen einzuschicken, um kein Risiko einzugehen. Die Untersuchung ist meist günstiger und genauer als beim Tierarzt. Du kannst die Kotprobe in ein Stuhlproben-Röhrchen geben und zusammen mit dem ausgefüllten Formular in einem wattierten Umschlag an das Institut senden.


Institut für Parasitologie,

Schubertstraße 81,

35392 Gießen


Mehr Informationen dazu findest Du auf deren Webseite.


Wahl der Wurmkur: Chemie oder pflanzliche Alternative?

Hier stellt sich die Frage, ob eine chemische oder eine pflanzliche Vorgehensweise gewählt werden sollte. Dies solltest du, falls dein Tier nachweislich Würmer hat, mit dem Tierarzt klären. Wichtig: Auch wenn moderne Studien zeigen, dass Wurmkuren die Darmflora nicht komplett zerstören, ist die Behandlung für den Körper Stress. Die Wirkstoffe und vor allem die absterbenden Parasiten reizen die Darmschleimhaut und setzen Toxine frei. Viele Tiere reagieren deshalb nach einer Behandlung mit Durchfall, Hautproblemen oder Schlappheit.

Eine chemische Wurmkur sollte daher immer mit einer Aufbaukur (wie z.B. Powerdarm) Hand in Hand gehen. Sie beruhigt die gereizte Schleimhaut, stärkt das Immunsystem und hilft dem Darm beim "Aufräumen". Ist dein Hund frei von Würmern, braucht er auch keine Medikamente. Denn eine chemische Prophylaxe gibt es nicht. Mehr noch: Die ständige, grundlose Gabe von Wurmmitteln fördert Resistenzen. Das bedeutet, dass sich Würmer an die Wirkstoffe gewöhnen können und die Medikamente im Ernstfall irgendwann nicht mehr wirken.

Das Einzige, was man tun kann: Das Darmmilieu "wurmfeindlich" gestalten. Hier empfehle ich pflanzliche Alternativen zur Vorbeugung. Leo, mein Malteser, bekommt sie 2 x im Jahr und wir hatten noch nie einen Wurmbefall.



DAS KÖNNTE DICH INTERESSIEREN:

Pflanzliche Unterstützung zur Vorbeugung und gegen lästigen Wurmbefall



Prävention und Risikominderung

Um das Risiko einer Wurminfektion zu verringern, solltest Du folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  1. Hygiene: Sorge immer für saubere Umgebungen, in denen sich dein Haustier aufhält. Dies beinhaltet sowohl den Innen- als auch den Außenbereich. Wurmeier können im Kot liegen und durch direkten Kontakt oder über den Boden auf dein Hund übertragen werden.

  2. Kotuntersuchungen: Lass regelmäßig den Kot deines Hundes von einem Tierarzt untersuchen oder sende es ein. Dies ist die zuverlässigste Methode, um eine Wurminfektion festzustellen.

  3. Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung kann dazu beitragen, das Immunsystem deines Hundes zu stärken und es gegen Wurminfektionen zu schützen.

  4. Die richtige Strategie: Anstatt dein Haustier routinemäßig 'auf Verdacht' chemisch zu entwurmen, ist es besser, nur dann zu handeln, wenn tatsächlich ein Befall mittels Kotprobe festgestellt wurde. Eine zu häufige, grundlose Gabe von Medikamenten belastet nicht nur den Organismus (Darmschleimhaut/Leber), sondern fördert auch gefährliche Resistenzen. Das bedeutet: Die Mittel könnten irgendwann nicht mehr wirken.

    Besser ist hier die pflanzliche Vorbeugung: Spezielle Kräutermischungen helfen dabei, den Darm 'wurmfeindlich' zu machen. So finden Würmer kein angenehmes Milieu vor und haben deutlich weniger Chancen, sich überhaupt erst festzusetzen.

⚠️ Ausnahme: Herzwurm im Mittelmeerraum

Wenn du im Mittelmeer lebst oder mit deinem Hund dorthin reist, gelten besondere Regeln:👉 Der Herzwurm wird durch Mücken übertragen – hier kann eine regelmäßige medikamentöse Behandlung notwendig sein.

➡️ Lies hierzu auch meinen Gastbeitrag: Die 4 häufigsten Mittelmeerkrankheiten beim Hund 

Fazit: Weniger ist oft mehr – mehr Wissen, weniger Chemie

  • Eine chemische Wurmkur belastet den Organismus

  • Entwurmung auf Verdacht ist nicht mehr zeitgemäß

  • Regelmäßige Kotuntersuchungen sind sicherer, gezielter – und schonender für deinen Hund


Häufige Fragen zur Wurmkur beim Hund (FAQ)

Muss ich meinen Hund regelmäßig entwurmen – auch ohne Symptome?

Nein. Eine routinemäßige Entwurmung auf Verdacht ist oft unnötig, denn eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend. Sie tötet nur das ab, was im Moment der Gabe im Darm ist. Ein Hund kann sich theoretisch schon am nächsten Tag neu infizieren.

Außerdem birgt die regelmäßige Einnahme von Wurmmitteln die Gefahr, dass die Würmer unempfindlich werden und die Mittel im Ernstfall gar nicht mehr wirken. Mein Rat: Lasse stattdessen alle 3 Monate eine Kotprobe untersuchen. Nur bei einem nachgewiesenen Befall ist eine Wurmkur sinnvoll. So schonst du deinen Hund und sorgst dafür, dass Medikamente wirksam bleiben.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Würmer hat?

Anzeichen für einen Wurmbefall können sein: Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Juckreiz am After oder sichtbare Wurmteile im Kot (z. B. wie Reiskörner). Oft zeigen Hunde aber gar keine Symptome – deshalb ist die Kotuntersuchung so wichtig.


Was bringt eine pflanzliche Wurmkur – und wann kann ich sie einsetzen?

Eine pflanzliche Wurmkur kann helfen, den Darm „wurmfeindlich“ zu machen – also Bedingungen zu schaffen, unter denen sich Würmer nicht wohlfühlen. Sie eignet sich zur Unterstützung bei leichtem Befall und besonders zur Vorbeugung.


Was ist besser: Wurmkur oder Kotuntersuchung?

Ganz klar: erst testen, dann behandeln. Eine Kotuntersuchung ist die sicherste Methode, um Wurmbefall festzustellen – oft sogar günstiger und schonender als eine pauschale Wurmkur. Für viele Hunde reicht es völlig, vierteljährlich zu testen, wenn keine Symptome eines Befalls zu erkennen sind.


Was gilt bei Reisen in den Süden oder ins Ausland?

In südlichen Ländern, besonders im Mittelmeerraum, gibt es zusätzliche Risiken wie den Herzwurm. Hier kann eine regelmäßige Behandlung notwendig sein. Lass dich vor Reisen tierärztlich beraten und schau auch in meinen Beitrag zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund.

Was passiert nach der Wurmkur – wie unterstütze ich den Hund?

Nach einem Wurmbefall oder einer chemischen Wurmbehandlung sollte eine natürliche Darmkur durchgeführt werden, um die gereizte Schleimhaut zu beruhigen, das Immunsystem zu stärken und erneuten Problemen vorzubeugen.



Noch Fragen? Ich bin für dich da!

Ich biete dir eine kostenlose Beratung an, um einen passenden Fahrplan für deinen Hund zu erstellen – ganz ohne pauschale Chemie.


📧 Schreib mir an: claudia@hundemuddi.de📱 Oder per WhatsApp


Tierische Grüße und eine wurmfreie Zeit

Claudia

Hundemuddi Claudia Voss, zert. TierErnährungsCoach & Tierheilkunde




am 02.12.2025, geändert Dieser Blogbeitrag dient der Information und soll dir helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen und bewusste Entscheidungen für deinen Hund zu treffen. Er ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn du unsicher bist oder dein Tier gesundheitliche Beschwerden zeigt, wende dich bitte immer an einen Tierarzt.

Transparenz-Hinweis: Manche Links in diesem Beitrag sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas bestellst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis natürlich nichts. So unterstützt du meine Arbeit und hilfst mir, weiterhin kostenlosen Content für dich bereitzustellen. Danke dafür! 🐾

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
ichmit Leo comic3(1)-min_edited.png
bottom of page