Die Sache mit den Würmern und den Wurmkuren!

Aktualisiert: 18. Apr.

Heute hatte ich mal wieder ein Fall, der mich die Hände über den Kopf schlagen ließ.🤦‍♀️ Es geht um die Entwurmung unserer Haustiere.

Leider ist es immer noch in vielen Tierarztpraxen üblich Hunde, oder auch Katzen prophylaktisch alle paar Wochen zu entwurmen.

Was diese häufigen Entwurmungen der Hunde für den Darm bedeuten, scheint hier nicht zu interessieren. Manche Tierärzte empfehlen tatsächlich alle 10 Tage zu entwurmen - unverständlich und sicherlich überholt.


Aber dazu später...

Inhaltsangabe: Die Sache mit den Würmern und den Wurmkuren

Der Spulwurm

Der Hakenwurm

Der Fuchsbandwurm

Der Hundebandwurm

Der Gurkenkernbandwurm

Diagnose und Behandlung

TIPP: Parasitologie Gießen

Chemie oder Alternative?

Nachbehandlung Darmkur


Es gibt weltweit hunderte von verschieden Wurmarten. In Deutschland werden die Hunde meist von Spulwürmern, Hakenwürmern, vom Fuchsbandwurm, Hundebandwurm und Gurkenkernbandwurm angesteckt.


Der Spulwurm

Aussehen

5 bis 10 cm lange spiralförmige Würmer von heller Farbe.


Ansteckung

Erwachsene Hunde stecken sich mit Spulwürmer an, indem sie Wurmeier aus dem Kot anderer Tiere aufnehmen. Die Eier des Spulwurms sind sehr widerstandsfähig und können über Monate, sogar Jahre ansteckend sein und durch Tiere, Menschen, Erde usw. weitergetragen werden und dort vom Hund aufgenommen werden.


Symptome

Erwachsenen Hunde haben weniger Probleme mit Spulwürmer.

Symptome Typische Symptome einer Spulwurminfektion sind:


  • Durchfälle, manchmal im Wechsel mit Verstopfung

  • Erbrechen

  • Blut im Kot

  • Würmer kann man im Kot oder Erbrochenen finden

  • dicker, aufgeblähter Bauch

  • Bauchschmerzen

  • schlechter Allgemeinzustand

  • struppiges glanzloses Fell

  • Welpen bleiben im Wachstum zurück

  • Mangelerscheinungen

  • ungewollter Gewichtsverlust trotz guten Appetits

  • Krämpfe, Lähmungen durch Wurmgifte

  • Po-Rutschen/Schlittenfahren


Die Gefahr, dass sich Welpen bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch mit Spulwürmern von der Mutter anstecken ist recht groß. Die Larven der Würmer können sich während eines vorherigen Wurmbefalls in den Organen der Mutter festsetzen. Diese Larven werden mit der Trächtigkeit wieder aktiv und können so die Welpen durch dier Muttermilch anstecken. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die 1. Enwurmung der Welpen schon beim Züchter stattfindet.

Bei massivem Befall ohne Behandlung können Welpen an Wurminfektionen sterben.


Der Hakenwurm

Aussehen

Hakenwürmer sind kleine Würmer mit einer hakenartigen Form, die zwischen 3 und 4 cm lang sind.


Ansteckung

Hakenwürmer nisten sich im Darm des Hundes ein, beißen sich in der Darmwand fest und saugen kontinuierlich Blut.

Erwachsene Hunde stecken sich mit Hakenwürmern an, indem sie Wurmeier aus dem Kot anderer Tiere aufnehmen (siehe Spulwürmer).

Auch hier kann eine Übertragung vom Muttertier zu den Welpen stattfinden. Durch die hormonellen Veränderungen im Körper einer trächtigen Hündin werden die Larven reaktiviert, wandern in die Milchdrüsen des Muttertieres und infizieren so die Welpen.


Symptome

  • Abmagerung

  • Schwäche

  • Durchfall und Austrocknung

  • In schweren Fällen kommt es zur Anämie

  • Erbrechen

  • Blut im Kot

  • Würmer kann man im Kot oder Erbrochenen finden

  • dicker, aufgeblähter Bauch

  • Bauchschmerzen

  • schlechter Allgemeinzustand

  • struppiges glanzloses Fell

  • Mangelerscheinungen

  • Krämpfe, Lähmungen durch Wurmgifte

  • Po-Rutschen/Schlittenfahren

etwa 100 ausgewachsene Hakenwürmer verzehren pro Tag 50 ml Blut.


Der Fuchsbandwurm

Aussehen

Fuchsbandwürmer sind sehr klein 2 bis 4 mm lang und haben meist fünf Glieder. Im letzten Glied liegt ein sackartiger Uterus mit bis zu 200 Eiern.


Symptome

Die Symptome sind

  • häufig Schmerzen im Oberbauch sowie Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute).

  • Müdigkeit,

  • Gewichtsverlust und

  • schlechte Leberwerte

  • Abmagerung

  • Schwäche

  • Durchfall und Austrocknung

  • Erbrechen

  • Würmer kann man im Kot oder Erbrochenen finden

  • dicker, aufgeblähter Bauch

  • Bauchschmerzen

  • schlechter Allgemeinzustand

  • struppiges glanzloses Fell

  • Mangelerscheinungen

  • Krämpfe, Lähmungen durch Wurmgifte

  • Po-Rutschen/Schlittenfahren

Mit dem Fuchsbandwurm stecken sich Hunde an, indem sie z. B. Mäuse fressen, die von Bandwürmern befallen sind. Der Fuchs selber ist an dem Fuchsbandwurm angepasst und hat kaum Symptome, trägt also im Normalfall keinen Schaden. Die ausgeschiedenen Eier werden, meist von Nagetieren, wie z.B. Mäusen aufgenommen, die dann von Katzen oder Hunden gefressen werden und somit infiziert werden. Bei Hunden mit unbeaufsichtigtem Auslauf oder die zur Jagd genutzt werden ist die Gefahr der Ansteckung deshalb sehr hoch.


Der Hundebandwurm

Der Hundebandwurm kommt meist im südlichen Europa und den Mittelmeerländern vor. Er tritt bei Hunden, Wölfen, Füchsen, Dachs und Katzen auf. Als Zwischenwirt dienen pflanzenfressende Wiederkäuer wie z.B. Schafe.


Aussehen

Der Hundebandwurm ist ein drei bis sechs mm langer 3-gliedriger Bandwurm.


Ansteckung

In Europa kommt der dreigliedrige Bandwurm insbesondere in Gegenden vor, in denen Schafhaltung verbreitet ist.

Häufig hört man das Argument, dass Hunde die gebarft werden sich durch rohes wurminfiziertes Fleisch anstecken können. Ganz ausser acht lassen sollte man es nicht, doch ist dies relativ selten. Die Gefahr, dass sich Dein Hund mit dem Hundebandwurm ansteckt, besteht vielleicht dann, wenn Innereien wie Lunge oder Leber nicht ausreichend erhitzt (10 Minuten, Kerntemperatur 65° C) oder gefroren (1 Woche, -17° bis -20° C) wurden. Achte einfach darauf.


Symptome

  • Juckreiz, vor allem am Hinterteil des Hundes (Schlittenfahren)

  • Appetit- und Gewichtsverlust

  • Durchfall

  • Erbrechen

  • Verstopfung

  • Mangelerscheinungen

  • Stumpfes Fell

  • Abmagerung

  • dicker, aufgeblähter Bauch

  • Bauchschmerzen

  • schlechter Allgemeinzustand

  • struppiges glanzloses Fell

  • Mangelerscheinungen

  • Krämpfe, Lähmungen durch Wurmgifte


Der Gurkenkernbandwurm

Aussehen

5 - 80 cm lange, 2-4 mm breite flache Würmer


Ansteckung

Der Gurkenkernbandwurm ist der häufigste Haustierbandwurm, da er als Zwischenwirt Flöhe (siehe Foto unten) und Haarlinge nutzt. Ein Flohbefall kann somit auch gleichzeitig einen Bandwurmbefall zur Folge haben! Bei Flohbefall immer eine Kotprobe ins Labor für einen Wurmtest senden!


Verschlucken Hunde einen infizierten Floh, beispielsweise bei der Fellpflege, gelangt die Larve des Gurkenkernbandwurms in den Körper Deines Hundes. Dort entwickelt die Larve sich dann zu einem Bandwurm. Dieser lebt im Verdauungstrakt des Hundes weiter und nimmt die Nährstoffe, die der Hund per Nahrung zu sich führt, auf. Deshalb ist eine gute Flohprophylaxe wichtig.

Symptome bei Befall des Grünkernbandwurms:

  • Darmentzündung.

  • Juckreiz am After (Schlittenfahren)

  • Appetit- und Gewichtsverlust

  • Durchfall

  • Erbrechen

  • Verstopfung

  • Mangelerscheinungen

  • Stumpfes Fell

  • Abmagerung

  • dicker, aufgeblähter Bauch

  • Bauchschmerzen

  • schlechter Allgemeinzustand

  • struppiges glanzloses Fell

  • Mangelerscheinungen

  • Krämpfe, Lähmungen durch Wurmgifte




Diagnose und Behandlung

Diagnose

Ausgeschiedene oder eingetrocknete Bandwurmglieder erkennst Du als weiße, reiskornähnliche Gebilde im Kot oder rund um den After. Manchmal sieht man die Würmer auch im Kot oder im Erbrochenen.

Mikroskopisch kann man Wurmeier in Kotproben nachweisen.


Hast Du den Verdacht, dass Dein Hund mit Würmern infziert ist, rate ich Dir den Kot auf Würmer testen zu lassen. Besser ist es auch ohne Symptome alle ca. 3 Monate eine Kotprobe von Deinem Hund zum Testen in ein Labor einzuschicken oder beim Arzt abzugeben um sie auf Giardien und Würmern testen zu lassen. Denn nicht immer erkennt man einen Wurmbefall. Der Kot sollte für den Tierarzt von 3 x Output gesammelt werden.


TIPP: Parasitologie Gießen

Ich habe gute Erfahrungen mit der Parasitologie der UNI Gießen gemacht. Für die Uni Gießen reicht eine Kotprobe, da dort auf Antigene getestet wird. Schick die Kotprobe ins Institut für Parasitologie nach Gießen ein. Ein Test kostet hier ca. 23,50€.

Ich fülle den Kot in ein Stuhlproben-Röhrchen und sende es mit dem

von mir ausgefüllten Formular in einem wattierten Umschlag an:


Institut für Parasitologie,

Schubertstraße 81,

35392 Gießen


Weitere Informationen bekommst Du auf der Internetseite:

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb10/institute_klinikum/institute/parasitologie/diagnostik


Nach wenigen Tagen bekommst Du das Ergebnis und etwas später die

Rechnung.


Behandlung

Ist Dein Hund frei von Würmern und Giardien braucht Dein Hund auch keine Wurmbehandlung.

Doch sollte der Test positiv sein, würde ich ihn den Tierarzt vorstellen und eine Wurmbehandlung durchführen.


Chemie oder Alternative?

Die Frage, ob eine chemische oder eine pflanzliche Wurmkur solltest Du mit dem Tierarzt klären. Eine chemische Wurmkur sollte aber immer mit einer Darmsanierung Hand in Hand gehen.

Hier solltest Du wissen, dass chemische Wurmmittel, wie Antibiotika im Darm wirken oder häufig auch Antibiotika sind. Was das für den Darm bedeutet, weißt Du wahrscheinlich. Die Darmflora Deines Hundes leidet und zwar massiv. Die Darmflora wird so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie anfälliger für einen erneuten Wurmbefall wird.

Prophylaktische chemische Wurmkuren sind nutzlos. Was sollen sie bewirken? Wenn keine Würmer da sind, können sie auch nichts Gutes bewirken, sondern sie schädigen nur die Darmflora Deines Haustiers.


Auch ist der Begriff DarmKUR😱 sehr irreführend. Denn eine Kur sollte doch etwas Positives sein und nicht schädigen. So meint der Hundehalter, dass er etwas Gutes für sein Tier macht und fühlt sich dabei sicher.


Eine pflanzliche Wurmbehandlung bei Befall sollte mit einem Tierarzt, der die Behandlung begleitet, durchgeführt werden. Meist entscheidet man sich hier aber dann doch für die chemische Variante.


Nachbehandlung Darmkur

Es liegt dann an Dir den Darm nach einer chemischen Wurmbehandlung aufzubauen und dadurch das Immunsystem wieder auf Vordermann zu bringen.

Ansonsten hast Du Ruck-Zuck wieder Probleme.




(Hier berate ich Dich gern individuell, welche Methode am besten für Dein Tier geeignet ist. Schreib mir gerne in den Kommentaren oder per E-Mail.)


💡Doch Fakt ist, dass Du mit einer chemischen Wurmkur die empfindliche Darmflora schädigst und somit auch das Immunsystem Deines Lieblings. Deshalb solltest Du Deinem Tier nicht, wie es leider noch häufig gemacht wird, auf Verdacht alle 3 Monate entwurmen.

💥Besser ist es, wie ich es gerade schon erklärt habe und wie ich es mit Leo mache, Dein Haustier alle 3 Monate auf Wurmbefall testen zu lassen. Falls diese Proben positiv sind, würde ich auch auf jeden Fall die Variante, die der Tierarzt Dir empfiehlt, durchziehen.


Hat Dein Hund häufig Würmer oder kann ich Dir helfen? Schreib mir gerne etwas dazu in den Kommentaren.


Tierische Grüße

Claudia Voß




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