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Silvester Angst - Hilfe für gestresste und ängstliche Hunde


ängstlicher Hund , Hund hat Angst

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Leo als Welpe zu uns nach Hause geholt habe. Die Geräusche, das Autofahren, die Gerüche, alles war neu. Leo war während der Heimfahrt sehr gestresst und ängstlich und zitterte am ganzen Körper. Auch die ersten Tage konnte man seine Unsicherheit und den Stress spüren, dem er ausgesetzt war. Natürlich haben wir ihn mit sehr viel Liebe und sehr behutsam an alles herangeführt und nach und nach schwand diese Angst.


Doch Stress und Angst können bei Hunden sehr schnell wieder ausgelöst werden, vor allem wenn sie mit lauten Geräuschen verbunden sind, wie zum Beispiel die bei Böllern und Feuerwerk. Viele Hunde reagieren sehr sensibel auf solche Geräusche und fühlen sich bedroht. Zunächst solltest Du herausfinden, was genau Deinen Hund stresst. Ist es die Silvester-Angst, also das Geräusch von Böllern oder Feuerwerk? Oder sind es eher allgemeine Geräusche, wie zum Beispiel das Hupen eines Autos oder das Dröhnen eines Flugzeugs? Wenn Du weißt, worauf Dein Hund sensibel reagiert, kannst Du die Situationen besser einschätzen und entsprechend reagieren. In solchen Momenten ist es wichtig, dem Hund Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und ihm zu zeigen, dass er nichts zu befürchten hat. Eine Möglichkeit, dem Hund Sicherheit zu geben, ist es, ihn an einen ruhigen Ort zu bringen, an dem er sich zurückziehen kann, wenn er sich bedroht fühlt.


Was ist (Silvester) -Angst?

Angst ist eine natürliche Reaktion auf eine Bedrohung. Sie ist ein wichtiger Schutzmechanismus, der uns davor bewahrt, in lebensbedrohliche Situationen zu geraten. Als Stressreaktion ist uns die Flucht- bzw. Kampfphase am bekanntesten. Hier reagiert der Körper bei jedem Hund verschieden. Wenn ein Hund sich in einer Angstsituation befindet, versucht er meist instinktiv, dieser auszuweichen oder sich zu verstecken.


Wild lebende Tiere zum Beispiel suchen z.B. bei Lärm das Weite. Das ist eine sinnvolle Einrichtung um der Gefahr aus dem Weg zu gehen. Doch für unsere Haustiere ist das leider in der Regel nicht möglich.

Stress und Angst wird als negativ empfunden und ist krankmachend, wenn er zu häufig, heftig oder dauerhaft auftritt und nicht mehr kompensiert werden kann.


Doch leider können auch harmlose Situationen, wie zum Beispiel ein Feuerwerk, eine Angstreaktion beim Hund auslösen. Viele Hundehalter sind daher jedes Jahr aufs Neue mit dem Problem konfrontiert, dass ihr Hund ängstlich oder gar aggressiv reagiert, sobald es draußen knallt.


Doch wodurch entsteht Stress beim Hund eigentlich?

Stress entsteht durch Reize, die Reaktionen im Körper und Gehirn auslösen. Das kann die Freude sein, wenn wir nachhause kommen oder eine Hundebegegnung, die Freude auf das Fressen, aber auch Schmerzen, Angst, Trauer, usw.


Bei Gewitter, Silvesterknallerei, Lärm, etc. entsteht der Stress u.a. dadurch, dass die „Gefahr“ nicht gesehen, nicht erkannt und auch nicht verstanden wird. Je nach Dauer und Intensität entsteht ein dauerhafter Stress. Viele Tiere fürchten sich vor lauten Geräuschen. Silvester oder Gewitter ist dann eine besondere Herausforderung. Die Reaktionen reichen von leichtem Unbehagen bis zu absoluten Panikreaktionen. Manche Hunde können am 31. Dezember kaum noch Gassi geführt werden und ihre Besitzer leiden natürlich mit ihnen.


Hundebegegnung Kampf


Warum bekommt mein Hund Stress / Angst?

Um diese Reaktionen zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Sinnesorgane Deines Hundes. Denn Hunde sind lichtempfindlich und hören und riechen sehr viel mehr als wir Zweibeiner. Diese Reizüberflutung sorgt dann bei so manchem Vierbeiner für Panik.


Das Gehör des Hundes

Zunächst einmal sollte man wissen, dass Hunde ein anderes Gehör haben als wir Menschen. Sie können Geräusche wahrnehmen, die für uns nicht hörbar sind. Auch die Intensität, mit der sie Geräusche wahrnehmen, ist oft viel höher als bei uns. So ist es kein Wunder, dass viele Hunde schon bei geringen Lautstärken ängstlich reagieren.


Während der für uns hörbare Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hertz liegt, umfasst der von Hunden 15 bis 50.000 und mehr Hertz. Das bedeutet, dass Hunde also auch hohe Töne wahrnehmen, die wir nicht hören. Sie nehmen also viel mehr Geräusche wahr als wir. Außerdem schaltet ein Hund sein Gehör nie ganz aus. Sogar im tiefsten Schlaf kann ihn das kleinste Geräusch wecken.


Hunde nehmen Geräusche, wie beim Autofahren, die vorbeifahrenden Autos, bei Gewitter, den Donner usw. als mögliche Gefahrenquelle wahr, die sie viel extremer erleben als wir Zweibeiner.


Das Riechorgan

Menschen haben zwischen fünf und 20 Millionen Geruchszellen, Hunde dagegen 125 bis 220 Millionen. Da Hunde sich hauptsächlich über den Geruchssinn orientieren, ist z.B. beim Feuerwerk, die Geruchsbelastung durch Feuerwerkskörper ein weiterer Stressfaktor.


Auch innerliche Faktoren, wie ein unausgeglichenes Hormonhaushalt, können zu Angstzuständen führen.


Wie kannst Du Deinem Hund in Stresssituationen helfen?

Wenn ein Hund Angst hat, kann er verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Zum einen kann er sich verstecken oder versuchen, der Angstsituation auszuweichen. Auch körperliche Reaktionen wie Zittern, Schwitzen oder ein schneller Puls können Anzeichen für Angst sein.


Wenn ein Hund diese Symptome zeigt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und ihm zu helfen, sich zu entspannen. Dies kann durch ein paar einfache Maßnahmen erreicht werden:

  • Biete Deinem Hund einen sicheren Ort, an dem er sich zurückziehen kann, wenn er sich gestresst fühlt. Dies kann ein Hundekorb, ein Körbchen oder auch ein kuscheliges Plätzchen unter einem Tisch sein.


  • Lasse Deinen Hund nicht alleine, wenn er sich ängstlich oder gestresst fühlt. Wenn Du nicht bei ihm sein kannst, solltest Du ihn in einen ruhigen Raum bringen, in dem er sich entspannen kann.

  • Spiele entspannende Musik, wenn Dein Hund sich gestresst fühlt. Dies kann helfen, die Angst zu lindern und ihm zu helfen, sich zu entspannen.

  • Verwende ein Beruhigungs-Spray oder ein Halsband, um Deinem Hund zu helfen, sich zu entspannen. Diese Produkte sind speziell für Hunde entwickelt und können helfen, die Angst zu lindern und ihm zu helfen, sich zu entspannen.


Wenn wir die Situation, die Deinen Hund stresst kennen, solltest Du ihn an diese Angst einflößenden Situationen gewöhnen. Wichtig ist diese zu trainieren, damit die Angst langfristig weniger Probleme macht. Dein Hund muss lernen, dass er vor dem Auslöser nicht davon laufen braucht und dass Du ihn als Frauchen oder Herrchen beschützt und Dich bemühst, Deinem Hund das Leben so leicht wie möglich zu machen.


Bei Leo ist es z.B. Hundebegegnungen zu trainieren und da eventuell eine Hundetrainerin mit ins Boot zu holen. Auch die Angst vor Menschen, vor dem Tierarzt oder dem Alleinsein kann trainiert werden. Manchmal machen wir auch Fehler oder sehen die Auslöser nicht, so dass dies erst einmal herausgearbeitet werden muss. Eine Hundetrainerin ist erfahren den Hund "zu lesen" und kann Dich unterstützen. Hast Du den Auslösereiz gefunden, weißt Du woran ihr arbeiten müsst. Ich habe mit Leo gerade einen Kurs "Hundebegegnungen" belegt und hoffe, da einiges zu lernen.


Hilfsmittel, die kurzfristig unterstützen können

Bis dahin kannst Du kurzfristig Hilfsmittel nutzen, die den größten Stress vermeiden können.


🐶 Da sind zum Beispiel die Bachblüten Notfall-Tropfen zu nennen.

Dosierung: 3-6mal täglich, 3-6 Tropfen ( je nach Größe des Tieres) direkt ins Maul. Alternativ ins Trinkwasser


🐶 Auch gibt es Leckerlis zur Beruhigung. Hier empfehle ich den Stay Calm Snack mit

87 % Rinderherzen, 5 % Bio-Hanfblätter*, Bio-Baldrianwurzel*, Bio-Melisse*, Bio-Passionsblume*, Bio-Hopfenzapfen* * aus ökologischem Anbau


🐶 Pflanzliche Beruhigungstropfen wie Pro Relax .

Die Tropfen werden direkt in das Maul gegeben oder dem Futter beigemischt. Im Akutfall jeweils 2 Stunden und 1 Stunde vor einer Stresssituation geben. Ansonsten fünf Tage lang 2-3 x täglich geben.


Katzen: 7 – 12 Tropfen (je nach Gewicht der Katze) Hunde: bis 20 kg: 10-20 Tropfen; 21 – 40 kg: 20-40 Tropfen, 41-60 kg: 40-50 Tropfen


Zusammensetzung: Aqua, Extrakte aus: Crataegus oxyacantha (Weißdorn), Passiflora incarnata (Pflanzenart der Passionsblumengewächse), Lavandula angustifolia (Lavendel), citrus aurantium (Bitterorange), Dextrose


Hausmittel gegen Angst

Wie für Menschen auch können Lavendel, Hopfen, Baldrian und Johanniskraut für Hunde entspannend sein. Die Dosierung richtet sich nach Größe, Gewicht, Alter des Hundes und Beruhigungsgrad.


Auch Zirbelholz , wie in dem Hunde - Zirbelkissen, soll eine beruhigende Wirkung auf Hunde haben. Ich selber habe schon gute Erfahrungen mit Zirbelkissen und auch bei unserem Hund gemacht.

Laut Studien sollen Tester, die die Nacht in einem Bett aus Zirbelholz geschlafen haben, eine deutlich niedrigere Herzfrequenz aufweisen. Teste es doch einmal.


Ernährung

Um das verhaltenstherapeutische Training mit ängstlichen Hunden zu fördern ist eine ausgewogenen Ernährung wichtig. Gut ernährte Hunde, die mit allen Nährstoffen versorgt werden, sind ausgeglichener und zufriedener. Ein Allgemeinzustand, der für Trainingserfolge unverzichtbar ist.


Training

Bleibe gelassen und ruhig. Je weniger Aufmerksamkeit Du von der Angstreaktion Deines Lieblings machst, desto besser.

Bei leichten Angstreaktionen hilft manchmal auch der Versuch z.B. den Knaller positiv zu verknüpfen (bei jede, Knall des Gewitters ein Leckerli).


Bei starken Angstreaktionen funktioniert das leider meist nicht mehr. Natürlich macht es aber auf jeden Fall Sinn bei Gewitter evt. Jalousien herunter zu lassen, das Radio aufzudrehen und dem Tier die Möglichkeit zu geben sich in einem möglichst ruhigen Raum zurückziehen zu können.


Angst kann auch eine erlernte Verhaltensweise sein, die sich über die Jahre immer verstärkt hat, manchmal wurde sie auch durch ein unangenehmes Erlebnis ausgelöst.


Weitere Tipps

▶Spezielles Einzeltraining mit einem guten Trainer können, wie schon erzählt, die negativen Verknüpfungen langsam wieder lösen.

Hier ist das Timing, neben vielen anderen Details sehr wichtig, um die Angst nicht irrtümlich noch zu verstärken. Deshalb rate ich unbedingt dazu, die Hilfe eines Profis in Anspruch zu nehmen.

▶Klangschalen, Massagen, Entspannung üben

▶Beschäftige Deinen Hund z.B. bei einem Gewitter mit einem leckereren Kauknochen oder ein besonders Spielzeug.

▶Quick-Entspannungsmassagen: Hunde haben ein sehr scharfes Gehör, weil sie viele Nervenenden in ihren Ohren haben. Diese Nervenenden machen das Gehör deines Hundes besonders gut. Seine Ohren sind auch empfindlicher für deine Berührungen. Deshalb fühlt es sich für Deinen Hund auch so gut an, wenn Du seine Ohren reibst! Streiche sie langsam mit wenig Druck aus. Teste, ob Dein Hund es mag und er ruhiger wird.

▶Du kannst Deinem Hund auch zwischen den Augen massieren. Dort befindet sich ein wichtiger Entspannungspunkt. Massiere mit sanftem Druck, ein paar Mal von dort beginnend bis hoch zur Hundestirn.


Nachsorge nach einer Angstattacke bei Hunden

Vergiss nicht die Nachsorge! Wenn Dein Hund eine Angstattacke hatte, ist er verstört und muss sich erst einmal beruhigen. Lass ihn in Ruhe und tröste ihn. Rede beruhigend auf ihn ein und streichele ihn. Achte darauf, dass er genug trinkt, denn bei einer Angstattacke schwitzt Dein Hund meist sehr.


Gib ihm einige Tage Zeit, sich zu erholen und beobachte ihn genau. Sollte er sich nicht bald beruhigen, solltest Du mit ihm zum Tierarzt gehen. Dieser kann ihm eventuell ein Beruhigungsmittel verschreiben.


Angstzustände bei Hunden sind keine Seltenheit und können viele Ursachen haben. Wichtig ist, dass Du Deinem Hund hilfst, sich zu beruhigen und ihm zeigst, dass er keine Angst zu haben braucht. Dies kann mit etwas Geduld und Liebe oft gelingen.


Ich habe Dir hier einige Tipps gegen Stress und Angst aufgezählt.

Welche Erfahrungen hast Du mit Deinem Hund in Stresssituationen und wann hat Dein Hund Angst?

Welche Mittel helfen Dir Deine Fellnase in Angstsituationen zu unterstützen?

Teile Deine Erfahrungen mit uns gerne in den Kommentaren.

Ich bin schon ganz gespannt.


Liebe Grüße


Hundemuddi Claudia

Claudia Voss, zert. TierernährungsCoach & Tierheilkunde - FRAGHUNDEMUDDI









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