Silvesterangst - Hilfe für gestresste und ängstliche Hunde

Aktualisiert: 10. Nov.



Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Leo als Welpe zu uns nach Hause geholt habe. Die Geräusche, das Autofahren, die Gerüche, alles war neu. Leo war während der Heimfahrt sehr gestresst und ängstlich und zitterte am ganzen Körper. Auch die ersten Tage konnte man seine Unsicherheit und den Stress spüren, dem er ausgesetzt war. Natürlich haben wir ihn mit sehr viel Liebe und sehr behutsam an alles herangeführt und nach und nach schwand diese Angst.


Doch Stress und Angst können bei Hunden sehr schnell wieder ausgelöst werden, vor allem wenn sie mit lauten Geräuschen verbunden sind, wie zum Beispiel bei Böllern und Feuerwerk. Viele Hunde reagieren sehr sensibel auf solche Geräusche und fühlen sich bedroht. Zunächst solltest Du herausfinden, was genau Deinen Hund stresst. Ist es das Geräusch von Böllern oder Feuerwerk? Oder sind es eher allgemeine Geräusche, wie zum Beispiel das Hupen eines Autos oder das Dröhnen eines Flugzeugs? Wenn Du weißt, worauf Dein Hund sensibel reagiert, kannst Du die Situationen besser einschätzen und entsprechend reagieren. In solchen Momenten ist es wichtig, dem Hund Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und ihm zu zeigen, dass er nichts zu befürchten hat. Eine Möglichkeit, dem Hund Sicherheit zu geben, ist es, ihn an einen ruhigen Ort zu bringen, an dem er sich zurückziehen kann, wenn er sich bedroht fühlt.


Was ist Angst?

Angst ist eine natürliche Reaktion auf eine Bedrohung. Sie ist ein wichtiger Schutzmechanismus, der uns davor bewahrt, in lebensbedrohliche Situationen zu geraten. Als Stressreaktion ist uns die Flucht- bzw. Kampfphase am bekanntesten. Hier reagiert der Körper bei jedem Hund verschieden. Wenn ein Hund sich in einer Angstsituation befindet, versucht er meist instinktiv, dieser auszuweichen oder sich zu verstecken.


Wild lebende Tiere zum Beispiel suchen z.B. bei Lärm das Weite. Das ist eine sinnvolle Einrichtung um der Gefahr aus dem Weg zu gehen. Doch für unsere Haustiere ist das leider in der Regel nicht möglich.

Stress und Angst wird als negativ empfunden und ist krankmachend, wenn er zu häufig, heftig oder dauerhaft auftritt und nicht mehr kompensiert werden kann.


Doch leider können auch harmlose Situationen, wie zum Beispiel ein Feuerwerk, eine Angstreaktion beim Hund auslösen. Viele Hundehalter sind daher jedes Jahr aufs Neue mit dem Problem konfrontiert, dass ihr Hund ängstlich oder gar aggressiv reagiert, sobald es draußen knallt.


Doch wodurch entsteht Stress beim Hund eigentlich?

Stress entsteht durch Reize, die Reaktionen im Körper und Gehirn auslösen. Das kann die Freude sein, wenn wir nachhause kommen oder eine Hundebegegnung, die Freude auf das Fressen, aber auch Schmerzen, Angst, Trauer, usw.


Bei Gewitter, Silvesterknallerei, Lärm, etc. entsteht der Stress u.a. dadurch, dass die „Gefahr“ nicht gesehen, nicht erkannt und auch nicht verstanden wird. Je nach Dauer und Intensität entsteht ein dauerhafter Stress. Viele Tiere fürchten sich vor lauten Geräuschen. Silvester oder Gewitter ist dann eine besondere Herausforderung. Die Reaktionen reichen von leichtem Unbehagen bis zu absoluten Panikreaktionen. Manche Hunde können am 31. Dezember kaum noch Gassi geführt werden und ihre Besitzer leiden natürlich mit ihnen.




Warum bekommt mein Hund Stress / Angst?

Um diese Reaktionen zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Sinnesorgane Deines Hundes. Denn Hunde sind lichtempfindlich und hören und riechen sehr viel mehr als wir Zweibeiner. Diese Reizüberflutung sorgt dann bei so manchem Vierbeiner für Panik.


Das Gehör des Hundes

Zunächst einmal sollte man wissen, dass Hunde ein anderes Gehör haben als wir Menschen. Sie können Geräusche wahrnehmen, die für uns nicht hörbar sind. Auch die Intensität, mit der sie Geräusche wahrnehmen, ist oft viel höher als bei uns. So ist es kein Wunder, dass viele Hunde schon bei geringen Lautstärken ängstlich reagieren.


Während der für uns hörbare Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hertz liegt, umfasst der von Hunden 15 bis 50.000 und mehr Hertz. Das bedeutet, dass Hunde also auch hohe Töne wahrnehmen, die wir nicht hören. Sie nehmen also viel mehr Geräusche wahr als wir. Außerdem schaltet ein Hund sein Gehör nie ganz aus. Sogar im tiefsten Schlaf kann ihn das kleinste Geräusch wecken.


Hunde nehmen Geräusche, wie beim Autofahren, die vorbeifahrenden Autos, bei Gewitter, den Donner usw. als mögliche Gefahrenquelle wahr, die sie viel extremer erleben als wir Zweibeiner.


Das Riechorgan

Menschen haben zwischen fünf und 20 Millionen Geruchszellen, Hunde dagegen 125 bis 220 Millionen. Da Hunde sich hauptsächlich über den Geruchssinn orientieren, ist z.B. beim Feuerwerk, die Geruchsbelastung durch Feuerwerkskörper ein weiterer Stressfaktor.


Auch innerliche Faktoren, wie ein unausgeglichenes Hormonhaushalt, können zu Angstzuständen führen.


Wie kannst Du Deinem Hund in Stresssituationen helfen?

Wenn ein Hund Angst hat, kann er verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Zum einen kann er sich verstecken oder versuchen, der Angstsituation auszuweichen. Auch körperliche Reaktionen wie Zittern, Schwitzen oder ein schneller Puls können Anzeichen für Angst sein.


Wenn ein Hund diese Symptome zeigt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und ihm zu helfen, sich zu entspannen. Dies kann durch ein paar einfache Maßnahmen erreicht werden:

  • Biete Deinem Hund einen sicheren Ort, an dem er sich zurückziehen kann, wenn er sich gestresst fühlt. Dies kann ein Hundekorb, ein Körbchen oder auch ein kuscheliges Plätzchen unter einem Tisch sein.


  • Lasse Deinen Hund nicht alleine, wenn er sich ängstlich oder gestresst fühlt. Wenn Du nicht bei ihm sein kannst, solltest Du ihn in einen ruhigen Raum bringen, in dem er sich entspannen kann.


  • Spiele entspannende Musik, wenn Dein Hund sich gestresst fühlt. Dies kann helfen, die Angst zu lindern und ihm zu helfen, sich zu entspannen.