Dein Hund hat Angst - Hilfe für gestresste Hunde



Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Leo als Welpe zu uns nach Hause geholt habe. Die Geräusche, das Autofahren, die Gerüche, alles war neu. Leo war während der Heimfahrt sehr gestresst und ängstlich und zitterte am ganzen Körper. Auch die ersten Tage konnte man seine Unsicherheit und den Stress spüren, dem er ausgesetzt war. Natürlich haben wir ihn mit sehr viel Liebe und sehr behutsam an alles herangeführt und nach und nach schwand diese Angst.


Doch auch heute noch, gibt es Situationen, die er nicht einordnen kann und seinen Stresspegel hochschnellen lässt. Ich denke, da hat jeder Hund seine eigene Geschichte.

Doch woran erkennst Du, dass Dein Hund gestresst ist?

Stress ist grundsätzliches etwas Positives.


Stress ist im allgemeinen eine natürliche Reaktion des Körpers auf einen inneren oder äußeren Reiz. Als Stressreaktion ist uns die Flucht- bzw. Kampfphase am bekanntesten. Hier reagiert der Körper bei jedem Hund verschieden.

Wild lebende Tiere zum Beispiel suchen z.B. bei Lärm das Weite. Das ist eine sinnvolle Einrichtung um der Gefahr aus dem Weg zu gehen. Doch für unsere Haustiere ist das leider in der Regel nicht möglich.


Stress wird als negativ empfunden und ist krankmachend, wenn er zu häufig, heftig oder dauerhaft auftritt und nicht mehr kompensiert werden kann.


Wodurch entsteht Stress?

Stress entsteht durch Reize, die Reaktionen im Körper und Gehirn auslösen. Das kann die Freude sein, wenn wir nachhause kommen oder eine Hundebegegnung, die Freude auf das Fressen, aber auch Schmerzen, Angst, Trauer, usw.


Bei Gewitter, Silvesterknallerei, Lärm, etc. entsteht der Stress u.a. dadurch, dass die „Gefahr“ nicht gesehen, nicht erkannt und auch nicht verstanden wird. Je nach Dauer und Intensität entsteht ein dauerhafter Stress. Viele Tiere fürchten sich zum Beispiel vor lauten Geräuschen. Silvester oder Gewitter ist dann eine besondere Herausforderung. Die Reaktionen reichen von leichtem Unbehagen bis zu absoluten Panikreaktionen. Manche Hunde können am 31. Dezember kaum noch Gassi geführt werden und ihre Besitzer leiden natürlich mit ihnen.




Warum bekommt mein Hund Stress / Angst?

Um diese Reaktionen zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Sinnesorgane Deines Hundes. Denn Hunde sind lichtempfindlich und hören und riechen sehr viel mehr als wir Zweibeiner. Diese Reizüberflutung sorgt dann bei so manchem Vierbeiner für Panik.


Das Gehör des Hundes

Hunde sind in der Lage, mehr Töne als wir zu vernehmen. Während der für uns hörbare Frequenzbereich zwischen 20 und 20.000 Hertz liegt, umfasst der von Hunden 15 bis 50.000 und mehr Hertz. Das bedeutet, dass Hunde also auch hohe Töne wahrnehmen, die wir nicht hören. Sie nehmen also viel mehr Geräusche wahr als wir. Ausserdem schaltet ein Hund sein Gehör nie ganz aus. Sogar im tiefsten Schlaf kann ihn das kleinste Geräusch wecken. Hunde nehmen Geräusche, wie beim Autofahren, die vorbeifahrenden Autos, bei Gewitter, den Donner usw. als mögliche Gefahrenquelle wahr, die sie viel extremer erleben als wir Zweibeiner.


Das Riechorgan

Menschen haben zwischen fünf und 20 Millionen Geruchszellen, Hunde dagegen 125 bis 220 Millionen. Da Hunde sich hauptsächlich über den Geruchssinn orientieren, ist z.B. beim Feuerwerk, die Geruchsbelastung durch Feuerwerkskörper ein weiterer Stressfaktor.


Wie kannst Du Deinem Hund in Stresssituationen helfen?

Wenn wir die Sitation, die Deinen Hund stresst kennen, solltest Du ihn an diese Angst einflößenden Situationen gewöhnen. Wichtig ist diese zu trainieren. Dein Hund muss lernen, dass er vor dem Auslöser nicht davon laufen braucht und dass Du ihn als Frauchen oder Herrchen beschützt und Dich bemühst, Deinem Hund das Leben so leicht wie möglich zu machen.

Bei Leo ist es z.B. Hundebegegnungen zu trainieren und da eventuell eine Hundetrainerin mit ins Boot zu holen. Auch die Angst vor Menschen, vor dem Tierarzt oder dem Alleinsein kann trainiert werden. Manchmal machen wir auch Fehler oder sehen die Auslöser nicht, so dass dies erst einmal herausgearbeitet werden muss. Eine Hundtrainerin ist erfahren den Hund "zu lesen" und kann Dich unterstützen. Hast Du den Auslösereiz gefunden, weisst Du woran ihr arbeiten müsst. Ich habe mit Leo gerade einen Kurs "Hundegegnungen" belegt und hoffe, da einiges zu lernen.


Hilfsmittel, die kurzfristig unterstützen können

Bis dahin kannst Du kurzfristig Hilfsmittel nutzen, die den größten Stress vermeiden können.


🐶 Da sind zum Beispiel die Bachblüten Notfall-Tropfen zu nennen.

Dosierung: 3-6mal täglich, 3-6 Tropfen ( je nach Größe des Tieres) direkt ins Maul. Alternativ ins Trinkwasser


🐶 Auch gibt es Leckerlis zur Beruhigung. Hier empfehle ich den Stay Calm Snack mit

87 % Rinderherzen, 5 % Bio-Hanfblätter*, Bio-Baldrianwurzel*, Bio-Melisse*, Bio-Passionsblume*, Bio-Hopfenzapfen* * aus ökologischem Anbau


🐶 Pflanzliche Beruhigungstropfen wie Pro Relax .

Die Tropfen werden direkt in das Maul gegeben oder dem Futter beigemischt. Im Akutfall jeweils 2 Stunden und 1 Stunde vor einer Stresssituation geben. Ansonsten fünf Tage lang 2-3 x täglich geben.


Katzen: 7 – 12 Tropfen (je nach Gewicht der Katze) Hunde: bis 20 kg: 10-20 Tropfen; 21 – 40 kg: 20-40 Tropfen, 41-60 kg: 40-50 Tropfen


Zusammensetzung: Aqua, Extrakte aus: Crataegus oxyacantha (Weißdorn), Passiflora incarnata (Pflanzenart der Passionsblumengewächse), Lavandula angustifolia (Lavendel), citrus aurantium (Bitterorange), Dextrose


🐶 Ryvital CBD-Hanföl ohne THC, Cannabidiol (CBD) ist ein Bestandteil der Hanfpflanze, das anders als THC nicht psychoaktiv wirkt. Stattdessen agiert es mit dem Endocannabinoid-System, einem körpereigenen Teil des Nervensystems, das sowohl Menschen als auch Hunde besitzen. Aufgrund der angstlösenden Wirkung kann CBD Öl das Wohlbefinden steigern und dafür sorgen, dass Hunde stressige Situationen besser meistern. Das Öl lässt sich bei Bedarf und Verträglichkeit als Nahrungsergänzungsmittel zeitlich unbeschränkt verabreichen.


Dosierungen < 12 kg 2,5 -5 ml; zwischen 12 und 25 kg 5-10ml >25 kg 15ml


Grundsätzlich muss die Gabe von CBD Öl in kleinen Schritten gesteigert werden. Am ersten Tag wird lediglich ein Tropfen oral verabreicht oder auf das Hundefutter getropft. An jedem weiteren Tag wird jeweils ein zusätzlicher Tropfen gegeben, bis die empfohlene Menge erreicht ist.



Homöopathie

Auch die Homöopathie hat einige Hilfsmittel.


⚕️Aconitum D6 (Eisenhut) nimmt man oft bei allerstärksten Angstzuständen. Es hat eine beruhigenden Wirkung. Bei Gewitter oder Silvesterböllerangst.


⚕️Belladonna D6 (Tollkirsche) bei Überempfindlsichkeit aller Sinne: Berührungen, Geräuasche, Licht, plötzlicher Wechsel von Angst in aggression bzw. Aggression aus Angt. Überschiessende, hektische Reaktionen aus Angst


⚕️Argentum nitricum D12 (Silbernitrat) hat sich bei Angst vor Menschenansammlungen (z.B. turnieren, Ausstellungen, Prüfungen) mit Unruhe, Durchfall aus Angst, Angst vor allen Unbekannten bewährt



Weitere Hausmittel

Wie für Menschen auch können Lavendel, Hopfen, Baldrian und Johanniskraut für Hunde entspannend sein. Die Dosierung richtet sich nach Größe, Gewicht, Alter des Hundes und Beruhigungsgrad. Auch Zirbenholz , wie in dem Hunde - Zirbenkissen, hat eine beruhigende Wirkung auf Hunde.



Ernährung

Um das verhaltenstherapeutische Training mit ängstlichen Hunden zu fördern ist eine ausgewogenen Ernährung wichtig. Gut ernährte Hunde, die mit allen Nährstoffen versorgt werden, sind ausgeglichener und zufriedenener. Ein Allgemeinzustand, der für Trainigserfolge unverzichtbar ist.



Training

Bleibe gelassen und ruhig. Je weniger Aufmerksamkeit Du von der Angstreaktion Deines Lieblings machst, desto besser.

Bei leichten Angstreaktionen hilft manchmal auch der Versuch z.B. den Knaller positv zu verknüpfen (bei jede, Knall des Gewitters ein Leckerli).


Bei starken Angstreaktionen funktioniert das leider meist nicht mehr. Natürlich macht es aber auf jeden Fall Sinn bei Gewitter evt. Jalousien herunter zu lassen, das Radio aufzudrehen und dem Tier die Möglichkeit zu geben sich in einem möglichst ruhigen Raum zurückziehen zu können.


Angst kann auch eine erlernte Verhaltensweise sein, die sich über die Jahre immer verstärkt hat, manchmal wurde sie auch durch ein unangenehmes Erlebnis ausgelöst.



Weitere Tipps

▶Spezielles Einzeltraining mit einem guten Trainer können, wie schon erzählt, die negativen Verknüpfungen langsam wieder lösen.

Hier ist das Timing, neben vielen anderen Details sehr wichtig, um die Angst nicht irrtümlich noch zu verstärken. Deshalb rate ich unbedingt dazu, die Hilfe eines Profis in Anspruch zu nehmen.

▶Klangschalen, Massagen, Entspannung üben

▶Beschäftige Deinen Hund z.B. bei einem Gewitter mit einem leckereren Kauknochen oder ein besonders Spielzeug.


Ich habe Dir hier einige Tipps gegen Stress und Angst aufgezählt.

Welche Erfahrungen hast Du mit Deinem Hund in Stresssituationen und wann hat Dein Hund Angst?

Welche Mittel helfen Dir Deine Fellnase in Angstsituationen zu unterstützen?

Teile Deine Erfahrungen mit uns gerne in den Kommentaren.

Ich bin schon ganz gespannt.


Liebe Grüße


Hundemuddi Claudia


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